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BR Volleys punkten international

Drittes Spiel und zweiter Sieg in der europäischen Königsklasse – mit dem 3:1 (25:16, 20:25, 25:19, 25:13) über Budvanska Rivijera Budva aus Montenegro festigte der Deutsche Meister BERLIN RECYCLING Volleys seinen zweiten Rang in der Vorrunden-Gruppe B der 2013 CEV Champions League, hinter Russlands Pokalsieger Nowosibirsk und vor Tschechiens Meister Ceske Budejovice.


Der viermalige Meister Montenegros erkämpfte sich im Berliner „Volleyballtempel“ Max-Schmeling-Halle vor 3.875 Zuschauern seinen ersten Satzgewinn, bleibt aber dennoch abgeschlagen Tabellenletzter. Die Hauptstädter hingegen wahrten ihre Chance, nach Ende der Vorrunde als Gruppenzweiter in die Play-offs einzuziehen.
„Ob ich spielen werde trotz meiner Kniebeschwerden? Unbedingt. Das ist die Champions League. Da musst du derartige Probleme einfach vergessen“, erklärte Berlins Kapitän Scott Touzinsky vor dem ersten Ballwechsel. Eine durch und durch professionelle Einstellung des US-Olympiasiegers von Peking 2008, die natürlich voll der Linie von Cheftrainer Mark Lebedew entspricht. Der Vorgesetzte Touzinskys beorderte die aktuell wohl stärkste BR Volleys Formation auf das Spielfeld: Neben Touzinsky waren das Kawika Shoij, Felix Fischer, Tomas Kmet, Martin Krystof, Aleksandar Spirovski und der seit Wochen in Topform schmetternde Robert Kromm.
Lebedew signalisierte damit unmissverständlich, den Gegner auf keinen Fall zu unterschätzen. Namentlich verwies der Coach auf Budvas Diagonalangreifer Oliver Venno. Der lange Este hatte zwei Jahre für Rekordmeister VfB Friedrichshafen jede Menge Punkte verbucht und den Berlinern fast immer „immense Probleme“ bereitet. Und der Australier wusste natürlich auch, dass der Gast einen mit olympischem Gold dekorierten Akteur in seinen Reihen hat. Der 35-jährige Zuspieler Velijko Petrovic stand 2000 in Sydney als „back up“ für Regisseur Grbic im jugoslawischen Team, das damals sensationell Olympiasieger wurde.
Dass Budvas Cheftrainer Sinisa Reljic seinen bekanntesten und erfahrensten Spieler bereits Mitte des ersten Durchganges auf die Bank holte, war der Beweis für den in jeder Hinsicht überzeugenden Start der Gastgeber. Die BR Volleys waren in Block und Feldabwehr bestens auf Venno eingestellt, setzten die Annahme des Gegners erfolgreich unter Druck und schlossen die eigenen Angriffe mit deutlich mehr Durchschlagskraft ab.
Der fast schon deklassierende Neun-Punkte-Vorsprung am Ende des ersten Durchgangs löste zwei völlig unterschiedliche Reaktionen aus. Budva – weiterhin ohne Kapitän Petkovic – war mit einem Male hellwach und fokussiert, während die Hausherren ihre Souveränität urplötzlich verloren hatten. Folgerichtig ging der zweite Satz deutlich an die Mannschaft aus Montenegro.
Venno hatte sich inzwischen besser einjustiert, der hohe Gästeblock (2,08 bzw. 2,02 m) war aufmerksamer und auch die Feldabwehr der Montenegriner, die seit 2006 einen eigenständigen Verband inklusive Nationalmannschaft haben, ließ die Bälle nicht ohne weiteres auf den Boden fallen. So entwickelte sich im dritten Satz ein enges Match mit vielen langen und sehenswerten Ballwechseln. Touzinsky & Co lagen mehrfach mit zwei Punkten vorn, vermochten aber den mit vier Serben antretenden Gegner erst bei 20:16 abzuschütteln. Eine clevere Zuspielfinte des US-Hawaianers Kawika Shoji brachte den 25:19-Satzgewinn.

Damit hatte Budva, das in der nationalen Liga gegen die drei Mitbewerber bislang drei klare 3:0-Erfolge feiern konnte, sein Pulver verschossen. Berlin setzte sich im vierten Durchgang schon bei 8:2 und 13:7 klar ab und baute die Führung souverän bis zum 25:13 Satzgewinn aus.
Robert Kromm, mit 19 Zählern bester Punktesammler, meinte nach der Partie: „Budva hat im zweiten Satz etwas umgestellt und wir haben den Beginn etwas verschlafen. Aber wir sind ruhig geblieben und konnten den Punktverlust vermeiden. Gut, dass wir jetzt mal zwei Tage frei haben, denn das Programm von Spielen und Reisen schlaucht ganz schön. Ich habe ja in letzter Zeit nur einmal gegen Dresden ausgesetzt. Ob ich gegen Bühl spiele? – Keine Ahnung. Ich will eigentlich immer spielen, aber das entscheidet der Trainer.“
Gästetrainer Sinisa Reljic sagte: „Schade, unser Ziel war durch den zweiten Satzgewinn zumindest einen Punkt für die Tabelle zu holen. Das war im dritten Satz auch möglich. Doch dann war unsere Annahme wieder zu schwach. Wobei wir eben zuhause in Montenegro keine Gegner auf diesem Niveau haben. Im Rückspiel rechnen wir mit etwa 1.200 Zuschauern und wollen auf jeden Fall besser spielen als hier.“
BR Volleys Coach Mark Lebedew meinte: „Wichtig war, dass wir den Punktverlust vermeiden und somit den zweiten Rang festigen konnten. Im zweiten Durchgang war unsere Annahme nicht stabil genug und auch das eigene Aufschlagspiel war nicht optimal. So starteten wir im dritten Satz anfangs etwas nervös. Doch Aleks Spirovski und Tomas Kmet haben uns in dieser Phase im richtigen Moment mit guten Aufschlägen geholfen.“


Am vergangenen Samstag ein Bundesligaspiel auswärts in Düren, am Dienstag das Champions League Heimspiel gegen Budva, am Sonntag das Bundesliga Heimspiel gegen Bühl und bereits am kommenden Mittwoch das Champions League Rückspiel in Budva – der Reise- und Wettkampf-Marathon der BR Volleys geht weiter. Egal, ob Knie, Schulter, Daumen oder der Kopf mal eine Pause nötig hätten ...

(Quelle: Mitteilung der BERLIN RECYCLING Volleys, der Bundesligamannschaft des SCC BERLIN Volleyball)